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Mittwoch, 21.02.2007 ::: 16:40 - 17:00

GBIF - eine open access Infrastruktur für dezentral verfügbare Information zur biologischen Vielfalt - Walter G. Berendsohn / Anton Güntsch

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Die Globale Einrichtung für Biodiversitätsinformation (Global Biodiversity Information Facility - GBIF) ist eine von Regierungen gebildete internationale Einrichtung mit dem Zweck, Daten zur Vielfalt des Lebens unseres Planeten bereitzustellen. GBIF konzentriert sich gegenwärtig auf so genannte primäre Biodiversitätsdaten ("primary biodiversity records"), das heißt Daten bezüglich des Auftretens eines spezifischen Organismus in Raum und Zeit. Diese Nachweise existieren als physische Exemplare in Naturhistorischen Sammlungen oder als Unterlagen auf Papier oder bereits in elektronischer Form. Die Anzahl der Nachweise in naturhistorischen und / oder biologischen Sammlungen weltweit wird auf ca. 1.5 bis 3 Milliarden geschätzt. Zusätzlich bestehen eine nicht spezifizierte Menge von Beobachtungsdaten, die für eine Vielzahl von Zwecken gesammelt wurden, wie z. B. in ökologischen Studien, im Rahmen von Vegetationskartierungen, Tierwanderungensdaten (Vogelberingung) oder in der Landschaftsökologie. Gesammelt und systematisiert über Jahrhunderte bilden sie das Archiv der globalen Artenvielfalt und dienen verschiedenen wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Zwecken. Wichtige Nutzer dieser Informationen kommen aus den Bereichen Systematik und Klimaforschung, Biotechnologie, öffentlicher Dienst und Verwaltung. Aber auch in der Ausbildung, von der Schulklasse die ein Naturkundemuseum besucht bis hin zu Universitätskursen zur Artenbestimmung, wird digitalisiertes Material aus Naturkundesammlungen verwendet.
Viele Sammlungen haben in den vergangenen 20 Jahren begonnen, digitale Inventare ihrer Bestände aufzubauen und eine Vielzahl von Datensätzen liegen mittlerweile in digitaler Form vor. Allerdings bestand bislang kein allgemeiner Zugang zur gleichzeitigen Abfrage dieser weltweit verstreuten Datenbanken. Die im Jahr 2000 gegründete GBIF (http://www.gbif.org) ist angetreten, diese Situation zu ändern und die globalen Biodiversitätsdaten überall auf der Welt zugänglich zu machen. Gegenwärtig sind mehr als 50 Länder und eine Vielzahl internationaler Organisation Mitglied bei GBIF. Mit Unterstützung internationaler Initiativen mit demselben Zielen, wie z.B. dem europäischen BioCASE ("Biological Collection Access Service for Europe", http://www.biocase.org) baut GBIF eine nutzerorientierte Infrastruktur auf. die open access zu den elementaren Unterlagen über die Artenvielfalt erlaubt. Das Netzwerk beruht auf gemeinsamen Datenstandards (ABCD und Darwin Core für die Sammlungsinformationen) Protokolldefinitionen (DiGIR, BioCASE protocol sowie TAPIR), und standardisierten Softwarekomponenten, die es neuen Teilnehmern erlauben, dem Netzwerk mit wenigen Konfigurationsschritten beizutreten. Dieselbe Infrastruktur kann genutzt werden um spezialisierte Web-Portale für spezielle Zwecke und Nutzergruppen aufzubauen.
Der vergleichsweise einfache Aufbau des Netzwerkes basiert auf XML-Diensten und verhalf GBIF bereits in den ersten Jahren seines Bestehens zu einem großen Erfolg. Bislang ermöglicht GBIF den zu sofortigen Zugang zur mehr als 110 Millionen Beleg- und Beobachtungsdaten von mehr als 190 Datenanbietern mit hunderten von angeschlossenen Sammlungen. Es umfasst einzelne Datensätze mit einfachen Beobachtungsnotizen bis hin zu hochauflösenden Bildern und sogar Video- und Tonaufzeichnungen, die jedoch alle auf den gemeinsamen Datenstandards basieren. Mit Hilfe dieser neuen Dimension der Datenbereitstellung werden vollständig neue Anwendungen in der Biodiversitätsforschung möglich.

 
[... vita: ]

Walter Berendsohn studierte Biologie an der Universität von Hamburg, der University of the West Indies (Mona) und an der Freien Universität Berlin, von der er sein Diplom 1985 erhielt. Von 1983 bis 1986 war er als Berater, 1987 bis 1990 als Forschungsdirektor am "Jardín Botánico La Laguna" in El-Salvador tätig; 1990 promovierte er an FU Berlin mit einer vegetationskundlichen Arbeit und wurde Kustode am Botanischen Garten und am Botanischen Museum Berlin-Dahlem; 1991 Oberkustode und Leiter des neu gegründeten Referats Elektronische Datenverarbeitung und Dokumentation; 1998 Leiter der Abteilung Biodiversitätsinformatik und Labors; 2000 Direktor und Professor. Gegenwärtig widmet er sich hauptsächlich den Informationssystemen in der Biodiversitätsforschung. Er schrieb einige Datenmodelle und koordiniert seit 1993 EU-Projekt- oder Projektarbeitspakete mit zahlreichen Partnern, so seit kurzem das Arbeitspaket "Internet-Plattform für Cybertaxonomy" im EU-Exzellenznetzwerk EDIT (European Distributed Institute of Taxonomy). Er war und ist auch als Koordinator für Bundesprogramme in der Biodiversitätsinformatikforschung in Deutschland tätig, war Delegierter für die Europäische Kommission in der OECD Megascience Arbeitsgruppe für biologische Informatik und ist jetzt Mitglied der deutschen Delegation im GBIF Steuerungsgremium. Weitere Tätigkeiten schließen den Vorsitz der Koordinationsgruppe von GBIF - Deutschland, der internationalen Standardorganisation für Biodiversitätsinformationen, des wissenschaftlichen Unterausschusse für die Digitalisierung von Sammlungen bei GBIF und der CODATA Arbeitsgruppe für den Zugang zu biologischen Sammlungsdaten ein.

Anton Güntsch studierte Informatik an der Technischen Universität Berlin und erlangte 1994 den Abschluß als Diplom-Informatiker mit seiner Arbeit über Neuronale Netze und Künstliche Intelligenz. Von 1994 bis 1999 arbeitete er am Zentrum für Logistik und Verkehrsplanung (ZLV) im Bereich Geografische Informationssysteme und Datenbankdesign. Seit 1999 arbeitet er in der Abteilung Biodiversitätsinformatik und Labors am Botanischen Garten Berlin-Dahlem (BGBM) und übernahm 2003 die Leitung des Referates Biodiversitätsinformatik. Seine Hauptarbeitsgebiete sind Sammlungsdatenbanken, Biodiversitätsnetzwerke und Sammlungsdigitalisierung. Er war unter anderem verantwortlich für die Implementierung des BioCISE Sammlungskataloges und des “European Natural History Specimen Information Network” Pilotsystems, mit dem sich verteilte und heterogene Sammlungsdatenbanken über das World Wide Web abfragen lassen. Herr Güntsch gehört derzeit den folgenden Gremien an: CODATA Working Group on Biological Collection Data Access, GBIF Deutschland IT-Kommission (Sprecher), Euro+Med computer working group, GBIF Science Subcommittee for Digitization of Natural History Collection Data (DIGIT) und EDIT Information Science and Technology Commission.

 
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